Sehnsucht / 2 (Minimalgedicht)

Sehnsucht / 2 (Minimalgedicht)

Sehnsucht / 2

die Nacht
das Blau

Manchmal fertigen Künstler Serien, indem sie ein gelungenes Werk immer wieder abwandeln. Ich dachte, das kann ich auch – mit einem Gedicht. Andy-Warhol-like … Sieh dir deshalb auch Sehnsucht / 1 an. Die Visualisierung stammt von DALL-E via Bing & Microsoft Designer. Die Grafiken bilden keine Serie, die sind austauschbar, nur der Text.

In ihrem Innern tragen sowoh die Nacht als auch das Blau die Idee der Unendlichkeit in sich, etwas, das der Sehnsucht sehr nahekommt: die Nacht, die keine Grenzen zu haben scheint, und das Blau, das eine Art himmlischer Unendlichkeit suggeriert. Beide sind nicht fest zu greifen, sie entziehen sich und bieten Raum für Vorstellungen, für das, was nicht vollständig erreicht oder verstanden werden kann. Die Sehnsucht danach, was im Verborgenen liegt (die Nacht), und die Sehnsucht nach der Weite (das Blau) sind also letztlich zwei Facetten derselben inneren Suche nach etwas, das jenseits des Greifbaren liegt.

Die mystische Seite des Gedichts

Das Gedicht möchte eine meditative Atmosphäre erzeugen, die dich einen Zustand des schmerzlichen Wünschens spüren lässt. Die Nacht und das Blau sind archetypische Symbole, die auf unterschiedliche Weise interpretiert werden können. Hier ist, wie genau.

  • Die Nacht: In der Mystik steht die Nacht oft für das Unbekannte, für das Unbewusste und für den Übergang zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Sie symbolisiert eine Reise ins Innere, in eine Sphäre, die von Geheimnissen und unbewussten Sehnsüchten erfüllt ist. Hier kann die Nacht eine Metapher für den Zustand des Suchens, der spirituellen Einkehr oder der tiefen Verbindung zu etwas Höherem sein.
  • Das Blau: Blau wird oft mit Weite, Freiheit, aber auch Spiritualität und Sehnsucht in Verbindung gebracht. In diesem Kontext könnte das Blau als eine symbolische Farbe verstanden werden, die den Übergang von der materiellen zur transzendenten Welt andeutet. Blau ist die Farbe des Himmels und der Tiefe des Meeres, beides Symbole für das Unermessliche und Mystische. Die Verbindung von Nacht und Blau verstärkt die Idee von etwas, das sich jenseits unserer greifbaren Realität befindet.

In der Kombination von Nacht und Blau entsteht ein Gefühl unbestimmter Sehnsucht. Beide Elemente sind nicht klar definierbar, wodurch das Gedicht eine offene und grenzenlose Qualität erhält, die typisch für mystische Erfahrungen ist. Sie weisen darauf hin, dass Sehnsucht eine Bewegung in Richtung eines ungreifbaren Ziels sein kann, ähnlich einer spirituellen Suche, die niemals vollständig erfüllt wird, sondern stets weitergeht. Ich sehne mich gleichzeitig nach Dingen, die zugleich nicht sein können. Obwohl …

Zum Gedicht passende Adjektive

tief, endlos, beruhigend, mystisch, sehnsuchtsvoll, dunkel, samtig, still, unendlich, verträumt, geheimnisvoll, einsam, sanft, leuchtend, zart, umhüllend, schimmernd, melancholisch, fern, kühl, weit, magisch, ungreifbar, friedlich

Mit Sternenstaub signiert: Lenny Löwenstern

Lenny Löwenstern Logo

📺 Ein Video über Kirschblüten mit japanischen Haiku — Gleich anschauen!

Schreib ein Echo in die Stille!