10 der schönsten und bekanntesten Frühlingsgedichte ins Bild gesetzt

Die besten Frühlingsgedichte stammen von von allseits bekannten Dichtern, die die Schönheit, Erneuerung und das Erwachen der Natur in ihren Werken festgehalten haben. Hier sind einige der berühmtesten.

Diese Gedichte sind in der Literatur tief verwurzelt und werden oft zitiert, wenn es um die Darstellung und gebührende Feier des Frühlings geht.

Die Visualisierungen schuf die KI DALL-E nach den Originaltexten. Schau, was sie daraus gemacht hat und genieße die schönste aller Jahreszeiten. Siehe auch: 10 berühmte klassische Gedichte ins Bild gesetzt. Und: 198 Adjektive für große Dichter und ihr Werk

Heinrich Heine

Frühling

Die Wellen blinken und fließen dahin –
Es liebt sich so lieblich im Lenze!
Am Flusse sitzt die Schäferin
Und windet die zärtlichsten Kränze.

Das knospet und quillt, mit duftender Lust –
Es liebt sich so lieblich im Lenze!
Die Schäferin seufzt aus tiefer Brust:
Wem geb ich meine Kränze?«

Ein Reuter reutet den Fluß entlang,
Er grüßt so blühenden Mutes!
Die Schäferin schaut ihm nach so bang,
Fern flattert die Feder des Hutes.

Sie weint und wirft in den gleitenden Fluß
Die schönen Blumenkränze.
Die Nachtigall singt von Lieb und Kuß –
Es liebt sich so lieblich im Lenze!

Eduard Mörike

Er ist’s (Analyse des Gedichts)

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Ludwig Uhland

Frühlingsglaube (Analyse des Gedichts)

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Rainer Maria Rilke

Will dir den Frühling zeigen (Analyse des Gedichts)

Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten –
dürfen ihn einmal sehn.

Johann Wolfgang von Goethe

Mailied (die ersten 3 Strophen – mehr darüber in der Wikipedia)

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch

Und Freud’ und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd’, o Sonne!
O Glück, o Lust!

Johann Wolfgang von Goethe

Osterspaziergang (Auszug – kompletter Text und Information)

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.

Obwohl es Teil eines größeren Werkes ist, steht dieser Abschnitt für sich allein als ein lebhaftes Bild des Frühlings (aus “Faust”).

Friedrich Rückert

Der Jasminstrauch

Grün ist der Jasminenstrauch
abends eingeschlafen.
Als ihn, mit des Morgens Hauch,
Sonnenlichter trafen,
ist er schneeweiss aufgewacht,
Wie geschah mir in der Nacht?
Seht, so geht es Bäumen,
die im Frühling träumen!

Friedrich Schiller

An den Frühling

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne1 der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

Ei! Ei! Da bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
und ‘s Mädchen liebt mich noch!

Für’s Mädchen manches Blümchen
erbettelt ich von dir
Ich komm und bettle wieder,
Und Du? Du gibst es mir?

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

Theodor Storm

April

Das ist die Drossel, die da schlägt,
Der Frühling, der mein Herz bewegt;
Ich fühle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum –
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

Friedrich Hölderlin

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag´ entstehen.

Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo sich Feste verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.