Letzter Federstrich am von Lenny Löwenstern * Zufallsgedicht
Der Jugendstil war von etwa 1890 bis 1912 in verschiedenen Kunstformen verbreitet, darunter auch in der Lyrik. Der Jugendstil legte großen Wert auf Ästhetik und Symbolismus, wobei Dichter oft symbolische Bilder und Metaphern verwenden, um tiefere emotionale oder philosophische Bedeutungen zu vermitteln. Natur und Romantik spielen ebenfalls eine zentrale Rolle, indem idyllische Landschaften, Blumen, Tiere und Jahreszeiten beschrieben werden, um Stimmungen und Gefühle auszudrücken.
Letzter Federstrich am von Lenny Löwenstern * Zufallsgedicht
Die Prinzessin
Gestern griff ich zum Silberreif, wühlt‘ ich in Taffet und Geschmeide. Prinzessin. Lutscht ich am Bund und an Seide. Konnt‘ ich Dich halten, Prinzessin, langt‘ ich ins Fleisch, wir, wir beide. Wühlt ich in Wäsche ganz weiß. Hol’s der König und das Königreich. wir, wir beide.
Aus: Lustmond. Diese Sammlung erschien im April 1996 als eBook im Windows Hilfeformat. Ein Werk aus meiner frühen bis mittleren Schaffensperiode sozusagen. Hier ist noch eines davon: Der Vogel.
Das Gedicht hat erotische oder frivole Anklänge, ach was, es handelt davon. Man muss das nicht groß erklären, oder? Wie wäre es, wenn wir daraus ein 7-Gänge-Menü machen. Nicht direkt Sex in der Küche, aber auch nicht ohne. Essen und Erotik passten doch schon immer zusammen. Das Gedicht ebenso. Lass dich überraschen!
Letzter Federstrich am von Lenny Löwenstern * Zufallsgedicht
August (beim Wandern)
links und rechts Pflaumenbäume auf einmal gibt sie sich süß die grausame Welt
Entstanden ist der Vers am 05.01.2024 in der Rückschau. Die beiden Visualisierungen von DALL-E entsprechen nicht meinen Erleben, aber sie bringen Fantasie ins Spiel. Schön anzusehen sind sie ja.
Im Bernburger Stadtteil Strenzfeld war es, unweit der Autobahn. Man konnte sich da bedienen. Niedrige Bäumchen voll mit frischen Früchten.
Ein passender HEX-Code wäre #8B5F65, das ist ein gedämpftes Pflaumenrot, das die reifen Früchte auf den Bäumen symbolisiert und zugleich eine warme, heimelige Nuance in die Landschaft bringt.
Pflaumen und Poesie, wo treffen sie einander?
Die beiden haben tatsächlich einige interessante Berührungspunkte in der Literatur und Kultur. Hier einige Beispiele:
Letzter Federstrich am von Lenny Löwenstern * Zufallsgedicht
ohne Titel
Schmetterlingswiese alles flattert gleich hebt sie ab
Das Minimalgedicht entstand am 22.12.2023. Hauptdarsteller sind nicht die Schmetterlinge, sondern die Wiese, die sich aufgrund versammelter Flugkräfte langsam gen Himmel aufmacht. So zumindest in der Fantasie. Einen Titel gibt es vor lauter Minimalität auch nicht.
Letzter Federstrich am von Lenny Löwenstern * Zufallsgedicht
Stell dir vor, Gedichte wären nicht nur Worte auf Papier, sondern lebendige, fliegende Kunstwerke. Wie würden sie aussehen, wenn sie plötzlich als Schmetterlinge zum Leben erwachten?
Die Textur der Poesie
Jedes Gedicht hat seinen eigenen Rhythmus, seine ganz besondere Melodie. Und genau das würdest du in der Textur der Schmetterlingsflügel spüren können. Ein Sonett? Das wären Flügel mit einer glatten, seidigen Oberfläche, ähnlich einem Bläuling, auf der du 14 feine Linien ertasten könntest – für jede Zeile eine. Und wenn du ganz genau hinschaust, bemerkst du eine subtile Veränderung nach der achten Linie – das ist der berühmte Wendepunkt des Sonetts.
Aber was ist mit den wilden, freien Versen der modernen Poesie? Stell dir Flügel vor, die sich anfühlen wie eine sanfte Hügellandschaft. Mal geht’s rauf, mal geht’s runter – genauso unberechenbar und aufregend wie die Verse selbst. Diese Textur erinnert an die komplexen Muster eines Pfauenauges.