Minimalismus in der modernen Poesie ist eine Synthese aus Ökonomie der Sprache und der Macht der Implikation. Poeten, die sich dem Minimalismus verschreiben, sind wie Alchemisten der Worte; sie destillieren komplexe Emotionen und Gedanken in ein Konzentrat aus wenigen, aber prägnanten Ausdrücken. Diese Kunstform ist ein Zeugnis dafür, wie Reduktion zu einer Expansion der Bedeutung führen kann.
Der Satz, den das Gedicht ergibt, klingt schräg oder sogar falsch. Logisch ist, dass das so sein soll. Die Brüche sind wichtig. Deshalb: Hör genau hin!
Letzter Federstrich am von Lenny Löwenstern * Zufallsgedicht
die gleißende Schwärze
als wenn ihn das alles nichts anginge und der Mond scheint in einen See
Gleißende Schwärze?
Schwarz kann in bestimmten Kontexten gleißend und sogar blendend wirken. Dieses Phänomen tritt auf, wenn Schwarz im Kontrast zu anderen Farben oder Lichtquellen steht. Wenn man beispielsweise in einer lichtdurchfluteten, schneeweißen Landschaft einen Raben betrachtet, wirkt dessen Gefieder tief und intensiv schwarz, fast als würde es das Licht um sich herum verschlucken. In diesem Moment scheint das Schwarz gleißend, fast so, als würde es eine eigene Lichtquelle darstellen.
Ein weiteres Beispiel findet man in der Kunst, wo Künstler tiefschwarze Farben verwenden, um eine Illusion von Tiefe und Lebendigkeit zu erzeugen. In einem Gemälde, wo kräftige, leuchtende Farben mit einem tiefen Schwarz kombiniert werden, scheint das Schwarz fast zu strahlen. Es zieht das Auge an und schafft eine faszinierende Dynamik, die die Betrachter in ihren Bann zieht. In solchen Momenten wird Schwarz zu einer gleißenden Farbe, die nicht nur Dunkelheit, sondern auch eine unerwartete Form von Helligkeit und Intensität vermittelt.
Das Gedicht fängt einen flüchtigen Augenblick ein – den zarten Übergang von der Nacht zum Tag, symbolisiert durch einen Kuss und eine kühle Brise. Es vermittelt den Eindruck von etwas Zerbrechlichem und Vergänglichem, das man nur für einen kurzen Moment wahrnehmen kann, bevor es wieder verschwindet.
Hier ist das Gedicht als Prosatext
Marie stand im Mondschein. Als der Morgen anbrach, spürte sie, wie ein Kuss in der Luft hing. Eine kühlende frische Brise wehte über ihr Gesicht.
Und auf Englisch
Marie stood in the moonlight. As dawn broke, she felt as if a kiss lingered in the air. A cool breeze brushed her face.